Computerspielsucht: Wer trägt die Verantwortung?

In den Kommentaren trat immer wieder die Frage auf, wer denn nun für eine Suchterkrankung verantwortlich ist. Der Hersteller des Suchtstoffes, das Opfer das eigentlich für sich selbst verantwortlich ist, oder die bei Minderjährigen gar die Eltern weil sie ihren Zögling nicht vor dem abrutschen in die Sucht bewahren?

Diese Frage ist allgemein nicht zu beantworten, sondern muss für jede Droge gesondert betrachtet werden.

Viele haben in ihrem Feedback Online-Rollenspiele mit Alkohol und Nikotin verglichen. Auch wenn ich, was das Verhalten angeht, durchaus Parallelen zwischen Blizzard und der Zigarettenindustrie erkenne, sehe ich was die Verantwortung für dieses Verhalten angeht aber zwei gravierende Unterschiede.

Zum einen sollte bei Alkohol und Nikotin den Konsumenten heutzutage bekannt sein, dass beides zu Suchterkrankungen führen kann. Ich glaube aber dass niemand der sich bisher ein Online-Rollenspiel gekauft hat, auch nur im geringsten damit gerechnet hat, dass er davon abhängig werden kann. Solange hier noch keine umfassende Aufklärungsarbeit geleistet wird, schätze ich persönlich die Suchtgefahr als deutlich höher ein, als bei bekannten Drogen.

Zum anderen sehe ich einen wesentlichen Unterschied zu Nikotin und Alkohol darin, dass die Entwickler von Online-Rollenspielen die vollständige Kontrolle über den Konsum ihres Produktes behalten. Ein Zigarettenhersteller kann nicht beeinflussen ob ein Kund

e am Tag nur eine Zigarette oder gleich eine ganze Stange raucht und die Brauerei hat auch keinen Einfluss darauf wie viel ein Käufer trinkt.
Die Betreiber von online Spielen allerdings besitzen genaue Daten darüber wie viel Zeit ein Kunde im Spiel verbringt und verfügen durchaus über die technischen Mittel um auf übermäßigen Konsum Einfluss zu nehmen.

In WoW gibt es ja bereits den „Erholungsbonus“, der bewirkt, dass eine Spielfigur die über eine längere Zeit in einem Gasthaus ausgeloggt war, danach für eine Weile die doppelte Menge an Erfahrungspunkten bekommet.
Wie wäre es dann wenn es zusätzlich zum „Erholungsbonus“ auch einen „Erschöpfungsmalus“ geben würde? Stellt euch einmal vor, wenn man länger als fünf Stunden ohne größere Pausen am Tag spielt wird die Spielfigur langsam müde, sie bewegt sich langsamer, schlägt häufiger daneben und wird öfter getroffen oder braucht länger um einen Zauberspruch zu wirken. Vielleicht sieht man dem Charakter ja sogar an, dass er erschöpft ist, so können Gildenkollegen und Freunde im Spiel darauf reagieren indem sie zum Beispiel sagen „Junge, du siehst verdammt fertig aus, gönn dir doch mal ne Pause!“.

Ein solches System ließe sich Problemlos auch auf andere Spiele übertragen, so könnte zum Beispiel in Counter-Strike nach vier Stunden dauerzocken das Fadenkreuz anfangen zu zittern und das Bild langsam verschwimmen.

Die Spielehersteller haben es also in der Hand die Verantwortung für ihre Kunden zu übernehmen, die Frage ist nur wollen sie das überhaupt?

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Netzkultur

Kommentare

  1. Latita sagt:

    Danke dass du mich auf diesen Artikel aufmerksam gemacht hast :)
    Gerade bei WoW würde ich noch sagen, dass neben Blizzard auch die Eltern in der Verantwortung stehen. Ich behaupte einfach mal (aufgrund vieler Zitate in German-bahs.org :D) dass viele Minderjährige dieses Spiel spielen. Als Elternteil sollte man eigentlich darauf achten wie lange ein Kind vorm Rechner hockt. Aber da zählt wieder rein, dass es viele Eltern egal ist, die Kinder den Rechner im eigenen Zimmer stehen haben und die Eltern eh keine Ahnung von dem neumodernen Zeugs. “Solang er keine Scheiben einschmeißt”…

    Zum Punkt dass die Betreiber von Onlinespielen genau wüssten wie lange ein Kund online war, möchte ich einschränken, dass dies maximal bei Portalen der Fall sein kann die ein monatliches Entgeld verlangen. Wobei für die auch nur interessant ist, dass die Beiträge monatlich reinkommen, nicht aber wie oft das genutzt wird. Weniger Nutzer wären ja wiederum gut für die Performance zwecks ausgelastete Server.

    Den Vorschlag Ermüdungserscheinungen einzubauen fand ich im ersten Moment toll ^^ für WoW. Unsereins geht abends online und zockt dann so lange bis der Zeitpunkt fürs zubettgehen fast überreizt ist (mal sehr überspitzt), wegen der Community und der Möglichkeit abzuspannen. Allerdings trifft dies sicherlich genauso auf WoW-Spieler zu. Es fällt immer leicht Sanktionen zuzustimmen solange sie nicht einen selbst betreffen. Grad 4 h (beispielsweise) werden als recht kurze Zeitspanne wahrgenommen (das sagt jemand, der auch gerne 8h am Stück ein Buch liest).

    Ich glaube Aufklärung ist das geeignete Mittel der Wahl oder sogar die Möglichkeit solche “Sanktionen” freiwillig einzubauen. Bzw. dass Eltern dies einstellen können. Das bedingt aber wiederum, dass sich Eltern mit dem Thema befassen.
    Aber jeder erfolgreichen Suchtbkämpfung geht der eigene feste Wille voraus. Wichtig wäre daher die Suchtprävention…. vll. fällt ja noch jemandem was ein

  2. [...] in die Diskussion brachte, hat sich Jan von Netzrebellen mal weitergehend darüber Gedanken gemacht wer überhaupt in der Verantwortung bei solchen Onlinespielen ist. Und auch gleich einen Lösungsansatz [...]

  3. sTk sagt:

    ich glaub mal jedem ist klar das ein online rollenspiel std kostet!
    und zur sucht führen kann! (wers nicht weiß -verdrängt es warscheinlich!)
    daher wers kauft… ist selber schuld!

    “Ein solches System ließe sich Problemlos auch auf andere Spiele übertragen, so könnte zum Beispiel in Counter-Strike nach vier Stunden dauerzocken das Fadenkreuz anfangen zu zittern und das Bild langsam verschwimmen.”

    xD
    sowas dummes hab ich noch nie gehört sry….

  4. SKEE sagt:

    also ich denke es ist der kunde, der die wahl hat! Als erstes faengt man mit dme hirn an ! selbe wie mit zigaretten man hoert erst auf wenn es klick macht im hirn. und naja ich weis von was ich spreche … habe 6 monate in den usa gekifft und bin dann erwischt worden und erst dann mit dme ganzen ergaer ist mir klar geworden was ich eigtl gemacht habe. wenn du zigaretten kaufst weist du, dass du zuechtig wirst ich bin mir aber auch sichher wenn es dazu kommt dass leute sich WoW kaufen schonmal davon gehoert haben und sicher in im tv oder in foren gelsesen hat dass es einen 97% Suchtfaktor . es ist nich die schuld der firma (blizzard in diesem fall). sie kaufen nicht das game fuer dich. DU KAUFST ES! du kannst jederzeit aufhoernen!

  5. Zum Punkt dass die Betreiber von Onlinespielen genau wüssten wie lange ein Kund online war, möchte ich einschränken, dass dies maximal bei Portalen der Fall sein kann die ein monatliches Entgeld verlangen. Wobei für die auch nur interessant ist, dass die Beiträge monatlich reinkommen, nicht aber wie oft das genutzt wird. Weniger Nutzer wären ja wiederum gut für die Performance zwecks ausgelastete Server.